Oktober 2016

Bezaubernde Johanna,

obwohl ich zaubern faszinierend finde und stundenlang dabei zusehen und meinen Verstand mit unglaublich Erscheinendem durchfluten lassen könnte, bin ich mit dieser Anrede nicht ganz zufrieden, denn zaubern hat auch etwas Anrüchiges an sich, es klingt so nach tricksen und täuschen, und das passt hier nicht. Daher probiere ich es einfach nochmal mit


Verändernde Johanna,

auch diese Anrede ist nicht gut genug, denn sie sagt nichts über die Richtung und Qualität der Veränderung aus. Zudem sehe ich das, was ich hier beschreiben will, gar nicht so sehr als Veränderung, sondern eher als ein Hervorrufen von etwas, ein den Anstoß dazu liefern, damit etwas bereits Existierendes an die Oberfläche dringt. Daher noch ein (für heute) letzter Versuch:


Schönes hervorrufende Johanna,

na ja, das trifft zumindest die Eindrücke, die ich in diesem Moment zum Ausdruck bringen will, ganz gut, aber um das noch präziser zu fassen, bräuchte ich mehr Worte. Doch bevor jetzt schon die Anrede zu einem Brief wird (und das, wo - dem oberflächlichen Anschein nach - ein Teil von Dir gar keine Briefe mag), hier ein neues Gedicht für eine Schönes hervorrufende und selbst durch die schönsten Gedichte nur ansatzweise beschreibbar schöne Frau:


wolken Warum sind denn die Wolken so bunt,
machst das, Johanna, Du?
Warum regnet's Klänge vom Himmel und
Fotos gleich noch dazu?

Warum vibriert es in Stuttgart so sehr,
was ist das für ein Trick?
Sehr heftig ist es im Umfeld der
Hochschule für Musik!

Warum schillert alles mit seidenem Glanz,
sprudeln gar Reime aus mir?
Warum überzeugt mich Liebe nicht ganz
wenn sie mich wegzerrt von Dir?

Why such a charming connection to you,
come, tell me, darling, why?
All I have to do is to recall your view
to feel much higher than high!

Wie können Blicke so tiefgehend sein?
Warum klopft mein Herz wie toll,
wenn ich an sie denk, und warum ist mein
Träumeheft schon wieder voll?

Die Veilchen, sie singen! Oh, ich kann verstehn,
weshalb sie das tun und warum:
Wär ich eins von ihnen und hätt Dich gesehn,
hielt es auch mich nicht stumm.

So lass nun, Johanna, dieses Gedicht
ein weiteres Zeichen Dir sein.
Ob aus zarter Liebe oder ob nicht
entscheide ganz Du allein.

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