Zum 24. Februar 2018
dass meine Wahl der Liedvorlage für den heutigen Festtag auf "Bist Du bei mir" von Gottfried Heinrich Stölzel und Johann Sebastian Bach fallen würde, hatte sich schon seit Monaten herauskristallisiert. Ausgehend von dieser Vorlage entstanden auch schnell einige erste Zeilen. Doch je mehr ich damit rumjonglierte, desto mehr wurde mir klar, dass ich von einem etwas anderen Grundgedanken ausgehen wollte. Vor allem störte mich die im Original anklingende Bedingtheit; ich wollte mich lieber auf das ausrichten, was ist, statt auf was wäre, wenn ..., auf Gegenwärtiges statt auf bedingt Zukünftiges. Zudem wollte ich das zum Ausdruck zu Bringende lieber mit verschiedenen Worten sagen, als bereits Gesagtes zu wiederholen. Also verschob ich die erwähnten ersten Zeilen, deklariert als "Konjunktivzeilen", zu den beim Dichten regelmäßig entstehenden Nebenprodukten. Beim Mischen und Umrühren der neuen Anforderungen herausgekommen ist dann Folgendes:
Dass Du mit mir hier bist auf Erden,
versüßt das Dasein mir so sehr,
lässt als Geschenk Dich sehn mich täglich mehr.
Dich anzusehn, um Dich zu wissen,
regt äußerst angenehm mich auf,
setzt meinem Sein das Sahnehäubchen auf.
Ach, wie vergnügt macht dies das Leben,
wie manches wilde Herzensbeben
hat Deine Schönheit schon bewirkt in mir.
Gehn scheinbar wir auch andre Wege,
bin oft so nah ich, dass ich spür
die Schauer wenn ich zärtlich Dich berühr.
Fürs neue Jahr biete ich weiter
Dir Freundschaft an und gratulier
und wünsche allerreinste Freiheit Dir.
Freiheit, zu sehn, was von tief innen kommt,
was Deinem wahren Sein entspricht,
wie Liebe denkt und wirkt und auch wie nicht.
Sei unbesorgt, ob sie in mir noch wirkt,
das steckt auch in mir sehr tief drin,
ist nie mehr trennbar davon, wer ich bin.
Angesichts Deines am heutigen 24. erreichten Alters erscheint mir eine Abweichung gegenüber dem Original in Form dreier zusätzlicher Zeilen vertretbar:
So sei gegrüßt, Johanna, schöne,
es bebt auch jetzt, was ist denn bloß
seit ich Dich kenn mit meinem Herzen los?